Die Jochberger Erzlagerstätten, die in den Kitzbüheler Alpen liegen, waren seit jeher von großem bergmännischem Interesse. Einer der ältesten Kupferbergbaue in der Region ist die im Gebiet von Jochberg gelegene Kelchalm auf etwa 1750 m Seehöhe.

In dem um 1000 vor Christus gegründeten Kupferbergbau suchte man nach Kupfer, gewann aber vorwiegend Kupferkies aus dem man Gebrauchsgegenstände, Schmuck und Werkzeuge anfertigte. Aus unbekannten Gründen wurden die Bergbautätigkeiten aufgegeben und erst im 15. Jahrhundert entdeckte man die Jochberger Erzlagerstätten wieder. Zu dieser Zeit wurden die Stollen tiefer in den Berg hineingetrieben und vorwiegend Fahlerze abgebaut die durch ihren hohen Kupfergehalt und Silberanteil besonders wertvoll waren.

Der "Erbstollen zum Heiligen Geist"

Um 1600 wurde in Jochberg der "Erbstollen zum Heiligen Geist" angeschlagen, der das Bergwerk mit Frischluft versorgte und dessen Entwässerung diente. Die ans Tageslicht geförderten Erze kamen zur Verarbeitung in die nahe gelegenen Aufbereitungsanlagen Mitte des 18. Jahrhunderts bürgerte sich dann der Name "Kupferplatte" für dieses nordöstlich gelegene Bergbaurevier ein.

Die Landesherren kontrollierten ab dem 17. Jahrhundert den Kupferbergbau in Tirol, jedoch brachten die Jochberger Bergwerke nur geringe Erträge. Die Bergbehörde Schwaz ließ eine neue Schmelzhütte in Jochberg bauen aber auch damit gab es immer wieder Probleme und so kam es, dass 1875 das letzte Kupfer geschmolzen wurde. Die Zeit des aktiven Bergbaus Kupferplatte war aber noch nicht vorbei - 1920 kam es zur Erneuerung der Aufbereitungsanlage die die Erze aus dem Bergwerk zerkleinerte um sie anschließend zu den Schmelzöfen ins ca. 60 km entfernte Brixlegg lieferten.

Der 1. Weltkrieg und das Ende des Bergbaus

Im 1. Weltkrieg wurden alle Einrichtungen zur Kupferproduktion erneuert auch der Erbstollen in Jochberg, weil der Überseehandel mit billigem Kupfer zum Erliegen kam. Gegen Ende des 1. Weltkrieges ging der Bedarf an Jochberger Kupfer wieder zurück. Kupfer war aus aller Welt wieder zu haben, insofern es sich die heruntergewirtschafteten Staaten leisten konnten. In den darauf folgenden Jahren musste Personal abgebaut werden und am 31.07.1926 kam es dann zum endgültigen Aus für den Bergbau Kupferplatte durch das zuständige Ministerium.

Ende 1989 erwarb die Familie Grander den "Erbstollen des Heiligen Geist".
Nach intensiven Renovierungsarbeiten wurde der Vorderteil als "Schaubergwerk Kupferplatte" am 28.07.1990 feierlich eröffnet und ist seitdem für Besucher zugänglich.

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