Barbara, die Schutzheilige der Bergleute

St. Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute. Sie ist unter den 14 Nothelfern der katholischen Kirche die "Patronin eines guten Todes".

Die Heilige Barbara ist wohl die in die christliche Legende übertragene Sehnsucht des Bergmanns nach dem Licht. Da der Barbaratag auch in nichtkatholischen Gebieten gefeiert wird, liegt sein Ursprung sehr wahrscheinlich vor der Reformation. Auch in evangelischen Gebieten hat St. Barbara, entgegen der Ablehnung der Heiligenverehrung, ihre Stellung bewahrt.

Der "Barbaratag"

Der "Barbaratag" ist der 4. Dezember. In vielen Familien unserer Heimat hat sich der Brauch der "Barbarazweige" erhalten. An diesem Tag werden Kirschzweige geschnitten und in einer wassergefüllten Vase nahe ans Licht gestellt. Nach 21 Tagen, also genau an Weihnachten, blühen diese Zweige. Ehe der "Weihnachtsbaum" vor etwas mehr als 100 Jahren im Westerwald bekannt wurde, galten die Barbarazweige als Weihnachtssymbol und Weihnachtsschmuck. Mit ihren Blüten versinnbildlichen sie das Licht und erinneren die Menschen daran, dass die Frühlingssonne, die neue Blüten hervorbringen wird, nicht mehr allzu fern ist. Barbaraaltäre und -fenster finden wir in fast allen Kirchen von Bergbaugemeinden.

Die christliche Legende

Der christlichen Legende nach, lebte Barbara Ende des 3. Jahrhunderts nach Christus in Nikomedia - dem heutigen Ìzmit in der Türkei - und war die Tochter eines reichen, heidnischen Kaufmanns Namens Dioscuros.

Gegen den Willen ihres Vaters, entschloss sich die junge, hübsche Frau für das Christentum und ließ sich taufen. Vor lauter Zorn über die Zuwendung an die damals neue verhasste Religion hielt Dioscuros Barbara in einem Turm gefangen, um sie vom Christentum abzubringen aber weder die Gefangenschaft noch die Bestrafungen die ihr Vater ihr zufügte stimmten sie um - im Gegenteil: sie bestärkten ihren Glauben.

Barbara gelang es zu fliehen und sie versteckte sich in einem Felsen, der sich ihr öffnete und sie barg. So ist sie auch zur Schutzpatronin der Bergleute geworden. Ihr Zufluchtsort wurde jedoch verraten - vor lauter Hass klagte Dioscuros seine Tochter an und der damalige Statthalter verurteilte sie zum Tode. Ihr eigener Vater enthauptete sie, wurde jedoch danach tödlich von einem Blitz getroffen.

Ein alter Brauch im Bergbau sind die Barbarafeiern und -andachten am 4. Dezember. An diesem Tag gedenken die Bergleute ihrer Schutzpatronin - der Heiligen Barbara. So wird es auch jährlich am 4. Dezember still und feierlich vor dem Erbstollen der Kupferplatte und man bedankt sich für das unfallfreie Bergbaujahr und bittet erneut um Schutz.

Quelle: Entlang der Erzstraße, Unterrichtsmaterialien zur Geschichte des Bergbaus im Kreis Altenkirchen, Seite 133, Bad Kreuznach 1997

 

 

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